In seiner zweiten Heimat, den Niederlanden, nennt man Teis Semey gerne auch „the bad boy of Dutch Jazz“. Seinen Spitznamen nimmt der 1993 im dänischen Aalborg geborene und für ein Jazzstudium nach Amsterdam gezogene Gitarrist allerdings mit Humor. Selbst wenn sich seine Improvisationsmusik oftmals ruppig und roh gibt, laut und kraftmeierisch ist und mit der Haltung eines Punks gespielt wird, ein „böser Bube“ ist Semey beileibe nicht. Im Mittelpunkt seines Quintetts stehen zwei Saxofonisten auf Alt und Tenor. Sie sind es, die sich mit warm-sonoren Sounds und einem lyrischen Melos den heiß-emotionalen Eruptionen der Rhythmusgruppe um Semey widersetzen. Der Gitarrist und seine Musiker stehen jedenfalls für eine Improvisationshaltung, die für sie probates Mittel zur Kommunikation ist, um so zu einer echten Gemeinschaft zu werden. Semey ist in dieser Runde „Primus inter pares“, weil er als Komponist den Rahmen für die Musik setzt, um zur Basis zu werden für eine kollektive Improvisationskunst.
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