Viktor Jerofejew: Die neue Barbarei
Das sagt der/die Veranstalter:in:
In Zeiten einer neuen Barbarei, da Staats- und Regierungschefs die Welt aufteilen wie Mafiosi, entwirft Viktor Jerofejew ein grell schillerndes Panorama menschlicher und politischer Abgründe, in dem Wahrheit zum Spiel und Moral zur Attitüde wird. Während Putin als »Pontschik« erscheint – ein in Öl gebackener Krapfen mit Loch in der Mitte, Symbol einer aufgeblähten Leere –, geriert sich die Opposition in der Pose der Märtyrer. Jerofejews Romanheld macht sich auf ins »Himmlische Moskau«, eine surreale Landschaft zwischen Traum, Erinnerung und Farce, in der Geschichte und Gegenwart ineinanderstürzen. Dort begegnen sich Stalin und Rilke, Zwetajewa und Merkel, und die großen russischen Klassiker von Puschkin bis Tolstoi treten als Zeugen einer endlosen Wiederkehr der Gewalt auf. In dieser alchemistischen Mischung aus Autobiografie, Essay und Allegorie entsteht das Bild eines Landes, das an seiner eigenen Mythenlust zerbricht. Die neue Barbarei ist Jerofejews radikalstes Buch: Satire, Dichtung und tragikomische Liebeserklärung an ein Russland, das sich selbst verloren hat. In Lesung und Gespräch führen wir in den neusten Roman und in die Gedankenwelt des in Berlin lebenden russischen Autors ein.
Moderiert von Wladimir Velminski
Sprecher Martin Jankowski
Die Veranstaltung findet in deutscher und russischer Sprache (mit Übersetzung) statt!
Preisinformation:
Tickets zu 5,-/erm. 3,-€ nur an der Abendkasse im Maschinenhaus
Location
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