FOTO: © Links: Porträt von Julia Cimafiejeva, Foto: lhierd Bacharevič. Mitte: Porträt von Hiwa K © Kochi Biennale Foundation. Rechts: Porträt von Farahnaz Sharifi © Farahnaz Sharifi.

'Von hier nach dort: Praxis, Distanz und Selbstpositionierung' mit Julia Cimafiejeva, Hiwa K und Farahnaz Sharifi, moderiert von Azar Mahmoudian

Das sagt der/die Veranstalter:in:

Das Panel bringt Künstler*innen und Autor*innen zusammen, um über persönliche Erfahrungen von Migration und Neuankunft sowie die Fortführung künstlerischer Praxis in sich verändernden Kontexten zu reflektieren. Statt das Thema abstrakt anzugehen, konzentriert sich die Diskussion auf gelebte Erfahrung: wie Ortswechsel wahrgenommen, verarbeitet und in kreative Arbeit übersetzt werden. Das Gespräch untersucht, wie sich verändernde Umgebungen die Beziehung zu Ort, Publikum und dem Selbst beeinflussen. Was bedeutet es, anderswo weiterzuarbeiten, fernab der Heimat und politischer Konflikte? Wie formt Distanz die Wahrnehmung der ehemaligen Heimat neu, und welche neuen Formen von Aufmerksamkeit, Verantwortung oder Distanzierung entstehen dabei? Das Panel befasst sich zudem mit den emotionalen Dimensionen der Migration – Gefühle von Desorientierung, Freiheit, Einschränkung oder Neudefinition – und wie diese in unterschiedlichen künstlerischen Praktiken sichtbar werden. Durch die Zusammenführung von Perspektiven aus Literatur, bildender Kunst und Film fragt das Panel, ob sich diese Erfahrungen disziplinübergreifend ähneln oder eigenständige Formen der Reaktion hervorbringen.

Julia Cimafiejeva ist eine belarussische Schriftstellerin und Übersetzerin. Sie ist Autorin von sechs Gedichtbänden auf Belarussisch und des Sachbuchs Minsk Diary (auf Englisch). Ihr US-Debüt Motherfield: Poems & Belarusian Protest Diary (Deep Vellum, 2022) stand auf der Shortlist für den Derek Walcott Prize for Poetry. Zuletzt erschienen auf Deutsch Ich zerschneide die Geschichte. Lyrik und Collagen (Edition Frölich, 2025) und Blutkreislauf (edition.fotoTAPETA, 2025). 2020 nahm sie an den Protesten in Belarus teil und lebt seither im Exil in Europa. Sie war Fellow des DAAD Berliner Künstlerprogramm (2025) und Richard von Weizsäcker Fellow der Robert Bosch Academy (2026).

Hiwa K ist ein in Kurdistan, Irak, geborener Künstler, der in Berlin und in internationalen Kontexten lebt und arbeitet. In seiner Praxis verbindet er Skulptur mit Film, Performance und Musik und setzt sich mit Fragen zu Erinnerung, Migration, Wissenstransfer und informeller Pädagogik auseinander. Seine Werke wurden weltweit in Museen und auf Biennalen gezeigt, darunter die Biennale di Venezia (2015) und documenta 14 (2017). Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Arnold-Bode-Preis. Seit April 2026 ist er Professor für Bildhauerei an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig (HBK).

Farahnaz Sharifi ist eine iranische Filmemacherin und Autorin, die heute in Deutschland lebt. Wenn nicht die erste, so gehört sie zu den frühen Stimmen des iranischen Kinos, die persönliche und familiäre Archive für das Erzählen nutzen und sie von private in kollektive Geschichte überführen. Ihr neuester Film My Stolen Planet feierte 2024 Premiere im Berlinale Panorama, wurde für den European Film Academy Award nominiert und gewann über 25 Preise. Derzeit arbeitet sie an einem neuen Filmprojekt sowie ihrem zweiten Buch.

Azar Mahmoudian ist eine unabhängige Kuratorin und Pädagogin, die zwischen Teheran und anderen Orten arbeitet. Ihre aktuelle Praxis beschäftigt sich mit kollektiven und selbstorganisierten Formen des Lernens sowie mit Fragen der Anonymität innerhalb kultureller Praktiken.

Preisinformation:

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Location

KW Institute for Contemporary Art Auguststraße 69 10117 Berlin
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