Vortrag von Magdalena Nieslony, Innsbruck: Gegen den Kamerablick. Phänomenologische Positionen amerikanischer Kunst um 1970
In der US-amerikanischen Kunst der 1960er und 1970er Jahre gewann die körperliche Präsenz der Werke an Bedeutung: KünstlerInnen wie Nancy Holt oder Richard Serra konzipierten Rauminstallationen und Land Art Projekte, die mit dem ganzen Körper erfahren werden sollten und diese Erfahrung zum eigentlichen Zweck machten. Die KünstlerInnen selbst und die KunstkritikerInnen deuteten diese Arbeiten mithilfe der Phänomenologie, die der leiblichen Wahrnehmung einen hervorgehobenen epistemischen Wert zuspricht. In dem Vortrag werden die phänomenologischen Positionen der Kunst um 1970 nicht als universell verständliche Erfahrungsangebote verstanden, sondern als historisch spezifische künstlerische Auseinandersetzungen mit fotografischen Bildern und mit der damals omnipräsenten Medientheorie. Die Bevorzugung der körperlichen Präsenz wird so als Kritik am täuschenden Kamerablick lesbar.
Der Vortrag ist Teil der Vortragsreihe Das Auge der Kamera: Kunst, Politik und Wahrnehmung in der amerikanischen Fotografie. Die Reihe wird organisiert vom Zentralinstitut für Kunstgeschichte, der Bayerischen Amerika-Akademie und dem Amerika-Institut der LMU
TEILNAHME: Die Teilnahme ist kostenlos. Die Veranstaltung findet vor Ort im ZI (Raum 242, II. OG) statt und wird parallel via Zoom übertragen. Informationen zum Vortrag und Zoom Link: https://www.zikg.eu/aktuelles/veranstaltungen/2026/vortrag-magdalena-nieslony