Ein Abend über das, was uns verbindet: Elke Cremer und Laura Vogt lesen aus ihren aktuellen Romanen Heimgehen und Das Jahr des Kalks (beide erschienen im Dörlemann Verlag).
Was hält ein Leben zusammen? Und was passiert, wenn plötzlich etwas aus dem Gleichgewicht gerät?
In Heimgehen erzählt Elke Cremer von einem einzigen Tag in der Stadt – scheinbar gewöhnlich, und doch voller Brüche. Menschen treffen sich, lieben, streiten, hoffen. Als eine Gewalttat geschieht, gerät alles in Bewegung: Leben kreuzen sich, Geheimnisse treten zutage, Beziehungen werden auf die Probe gestellt. In kurzen, dichten Episoden entsteht ein Panorama, das zeigt, wie eng wir miteinander verbunden sind – oft, ohne es zu wissen.
Auch Laura Vogts Das Jahr des Kalks kreist um Verlust und Neubeginn. Eine junge Künstlerin nimmt Abschied von ihrem sterbenden Onkel – und wird dabei mit einem alten Schmerz konfrontiert. Auf der Suche nach Halt wendet sie sich der Natur zu, dem Kalk, den Bergen, den Spuren vergangener Zeiten. Indem sie das Zerbrechliche greifbar macht, findet sie einen eigenen Weg durch die Trauer – und entdeckt, was bleibt.
Beide Romane erzählen auf unterschiedliche Weise von Abschied, Erinnerung und Verbundenheit. Sie fragen danach, wie wir weitergehen, wenn etwas endet – und was uns trägt.
Kurzbiografien der Autorinnen
Elke Cremer, geboren 1975 in Ludwigshafen, studierte Literatur- und Musikwissenschaft in Freiburg, München und Florenz und lebt als Autorin und Filmbeschreiberin in Berlin. Für ihr literarisches Schaffen erhielt sie das Literatur-Jahresstipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg und den Lyrikförderpreis der GEDOK Heidelberg. Bisher erschienen das Lyrikheft Linien aus Bienen, der Lyrikzyklus Die Mandarinenorakel (gemeinsam mit Eva Brunner) und 2022 der Lyrikband Aufriss ohne Häuser. In den Jahren 2017, 2022 und 2023 erhielt sie den Deutschen Hörfilmpreis.
Laura Vogt, geboren 1989 in der Ostschweiz, studierte Kulturwissenschaften an der Universität Luzern und Literarisches Schreiben am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel. Bisher erschienen von ihr die Romane Die liegende Frau (2023), Was uns betrifft (2020) und So einfach war es also zu gehen (2016). Ihre Arbeiten wurden mit diversen Werkbeiträgen und Stipendien ausgezeichnet und teilweise auf Englisch übersetzt. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von St. Gallen.