地獄変 Jigokuhen
Regie: TOYODA Shirô
1969, 95 Minuten, OmeU, 35 mm
Das Historiendrama (Jidaigeki) basiert auf der gleichnamigen Kurzgeschichte des berühmten Schriftstellers Akutagawa Ryûnosuke und liefert ein eindrückliches Beispiel dafür, wie sich Menschen ihre eigene Hölle auf Erden schaffen.
Nakadai Tatsuya ist in der Rolle des obsessiven koreanischen Hofmalers Yoshihide zu sehen.
Im Kyoto des 14. Jahrhunderts fordert der erbarmungslose Daimyô Horikawa den hochbegabten Maler Yoshihide auf, ein Wandgemälde des buddhistischen Paradieses für einen Tempel zu schaffen. Doch Yoshihide lehnt ab, mit der Begründung, dass das Reich des tyrannischen Herrschers in Trümmern liege und sein Volk in Armut lebe. Stattdessen besteht er darauf, entsprechend der Realität die „Hölle“ abzubilden. Es entfacht sich ein brutaler Kampf zwischen künstlerischer Besessenheit und sadistischer Macht, der auf grausame Weise endet.
Filmreihe
NAKADAI Tatsuya (1932-2025)
Die vielen Gesichter der japanischen Schauspiellegende
Nakadai Tatsuya zählt zu den bedeutendsten Schauspielern der japanischen Filmgeschichte. Der vielfach ausgezeichnete Darsteller war in über 120 Filmen zu sehen und verkörperte zumeist komplexe und vielschichtige Charaktere.
Geboren am 13. Dezember 1932 in Tokyo besuchte Nakadai nach seinem Schulabschluss Aufführungen der Theatergruppe Haiyûza, in die er 1952 selbst aufgenommen wurde. 1954 gab er mit einem Statistenauftritt sein Filmdebüt in Die sieben Samurai, was den Beginn einer langjährigen Partnerschaft mit Kurosawa Akira markierte: Nakadai spielte tragende Rollen in Yojinbô oder Tsubaki Sanjûrô und brillierte als Protagonist in den großen Epen Kagemusha und Ran. Aber auch mit anderen renommierten Regisseuren wie Kobayashi Masaki, Okamoto Kihachi und Teshigahara Hiroshi verband ihn eine enge Zusammenarbeit.
1975 gründete Nakadai gemeinsam mit seiner Frau und Schauspielerkollegin Miyazaki Yasuko eine Schule für Nachwuchsschauspieler namens Mumei juku, die von zahlreichen Talenten besucht wurde, darunter auch Yakusho Kôji (bekannt u.a. aus Perfect Days).
Die schillernde Bandbreite der von Nakadai dargestellten Figuren reicht von Samurai, Kriminellen und Universitätsprofessoren bis hin zu Malern und Familienvätern, denen er mit feinen Nuancen Tiefe und Intensität verlieh.
Nakadai Tatsuya starb am 8. November 2025 im Alter von 92 Jahren an einer Lungenentzündung.
Die Filmreihe findet in Zusammenarbeit mit dem Filmfestival
Nippon Connection in Frankfurt statt (02. – 07.06.2026).
Im Rahmen der Retrospektive des Festivals zeigt das
DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum acht Filme
mit NAKADAI Tatsuya aus dem Archiv der Japan Foundation in Tokyo.