++DER VORTRAG MUSS LEIDER ENTFALLEN++
Zahlreiche Videoportraits, Interviews und Filme zeigen die 2023 verstorbene Künstlerin Phyllida Barlow bei der Arbeit. Diese Aufzeichnungen von Prozessen des Kunstwerdens, die sich in die Wahrnehmung der fertigen Werke einschreiben und ihr Gemachtsein als ästhetischen Effekt hervorheben, beschränken sich nicht auf die direkten Interaktionen zwischen Materialien, Werkzeug und Künstlerinnenhand. Nebenbei dokumentieren auch andere Beziehungen, wie jene der Künstlerin mit ihrer Umgebung, ihren Eltern, ihrem Partner, ihren Kindern oder ihren Assistent:innen. Diese sozialen und ökologischen Aspekte der Arbeit begleiten Barlows Werke und formieren sich zu einem Subtext, der ohne die intensive Darstellung der Herstellung („Showing Making“) und Barlows Reflektionen, die sich durch Sensibilität und Sprachwitz auszeichnen, eher verborgen bliebe. Ein close-reading der Herstellungsprozesse Barlows zeigt, wie künstlerisches Material und menschliche Beziehungen ein sozio-materielles Geflecht formen, welches die ästhetische Attraktion der großformatigen Skulpturen unterfüttert, ohne die Arbeit der Künstlerin zu biographisieren.