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ID Festival:  Kafka-est-ce-que – The Struggle of a Forbidden Inheritance
PHOTO: © Phil Dera

ID Festival: Kafka-est-ce-que – The Struggle of a Forbidden Inheritance

In the organizer's words:

Wem gehört Kafka? Benjamin Balint, Tomer Dotan-Dreyfus, Dr. Caroline Jessen und Dr. Stefan Litt diskutieren in diesem Panel über den langjährigen Rechtsstreit über den Nachlass Max Brods. Franz Kafka hatte zu Lebzeiten verfügt, sein Freund Max Brod solle alle seine Schriften nach seinem Tod verbrennen. Dieser veröffentlichte jedoch zahlreiche seiner Werke und machte Kafka damit einer größeren Öffentlichkeit bekannt. Mit Brods Tod 1968 begann der Streit um sein Privatarchiv, dessen Inhalt teilweise gestohlen und weltweit zum Verkauf angeboten wurde. Nach dem Urteil des Obersten Gerichts Israels 2016 ging der Nachlass Brods an die Israelische Nationalbibliothek über, die 2019 zahlreiche Manuskripte, Briefe und Zeichnungen Kafkas ausstellte. Damit endet ein absurder israelisch-deutscher Krimi über Freundschaft, die Ökonomisierung von Kunst, kulturellen Zionismus und das postmortale Judentum. Festivaltickets finden Sie hier: https://radialsystem.reservix.de/p/reservix/event/1548958 Tagestickets für Sonntag, 26.04.2020, finden Sie hier: https://radialsystem.reservix.de/p/reservix/event/1548935 Zum fünften Mal reflektiert das ID Festival unter der künstlerischen Leitung von Ohad Ben-Ari im radialsystem die vielschichtigen Beziehungen und Fragestellungen zwischen in Deutschland lebenden Israelis und Deutschen. Die Jubiläumsausgabe untersucht die Absurditäten unseres Alltags und schließt damit an künstlerische Auseinandersetzungen an, die auf den Irr-Sinn einer vernetzten, im Umbruch begriffenen und vom Populismus bedrohten Welt reagieren, in der alles in Echtzeit gesendet, rezipiert und kommentiert wird. Weitere Informationen zum ID Festival finden Sie unter https://idfestival.de/de/ Benjamin Balint ist ein in Jerusalem lebender Schriftsteller. Er ist Autor von „Kafkas letzter Prozess“ und Koautor von „Jerusalem: City of the Book“. Er unterrichtete Literatur im geisteswissenschaftlichen Programm des Bard College an der Al-Quds-Universität. Seine Essays erscheinen in The Wall Street Journal, Haaretz und DIE ZEIT, seine Übersetzungen aus dem Hebräischen sind unter anderem in The New Yorker veröffentlicht. Tomer Dotan-Dreyfus, geboren in Haifa, ist als Schriftsteller, Dichter und Gelehrter der Komparatistik tätig. Er studierte Philosophie und Literaturwissenschaften in Berlin, Wien und Paris und ist aktuell Inhaber eines Arbeitsstipendiums für auf Deutsch schreibende Berliner Autorinnen und Autoren der Senatsverwaltung für Kultur und Europa. Er schreibt sowohl in hebräischer als auch in deutscher Sprache. Seine Essays wurden in Zeitschriften wie Spitz, Iton77, HaMussach und Triëdere veröffentlicht. Dr. Caroline Jessen arbeitet im Deutschen Literaturarchiv Marbach. Nach ihrem Studium der Literatur- und Kunstgeschichte promovierte sie an der Universität Bonn und koordinierte „Spuren deutsch-jüdischer Geschichte“ (2012 bis 2015), ein Projekt, das sich der Erschließung und Erforschung von Archiven deutsch-jüdischer Schriftsteller*innen und Wissenschaftler*innen in Israel widmet. Als Mitglied der Forschungsvereinigung Marbach Weimar Wolfenbüttel hat sich ihre Arbeit auf verstreute Archive und Bibliotheken konzentriert. Zu ihren Veröffentlichungen gehören „Der Sammler Karl Wolfskehl“ und „Kanon im Exil“. Dr. Stefan Litt ist Kurator für allgemeine Geisteswissenschaften und Fachreferent für Archive an der National Library of Israel, an der er europäische Sprachbestände verwaltet, unter anderem von Martin Buber, Stefan Zweig und Max Brod. Nach seiner Promotion in Vormoderner Jüdischer Geschichte an der Hebräi-schen Universität Jerusalem und einem Post-Doc an der Universität Graz forschte und arbeitete er als Gastprofessor an den Universitäten Erfurt, Düsseldorf, Graz, Jerusalem und Bar-Ilan. Seine Arbeit konzentriert sich auf die Geschichte des frühneuzeitlichen europäischen Judentums und auf moderne jüdische Archivsammlungen.

Location

Radialsystem Holzmarktstr. 33 10243 Berlin
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