In the organizer's words:
ALL OVER ME entführt ins New York der 1990er Jahre – ein intensives Indie-Drama über das Aufwachsen mitten im sommerlichen Chaos der Pubertät. Im Mittelpunkt stehen zwei Freundinnen: Claude, deren Welt sich um Ellen dreht, die jedoch immer tiefer in die Drogenprobleme ihres Freundes gerät. Während der Abstand wächst, taucht Claude in die queere Underground-Szene der Stadt ein, angezogen von der charismatischen Sängerin Lucy.
Das junge Erwachsenwerden wird hier mit rauer Ehrlichkeit und ohne voyeuristische Überhöhung dargestellt. Authentisch zeigen Alex und Sylvia Sichel, wie sich Identitätssuche, unsichere Nähe zur besten Freundin und die Schatten der 90er-Jahre-Schönheitsideale in einem kleinen Mikrokosmos ausdrücken – untermalt von einem sorgfältig ausgesuchten riot grrrl Soundtrack.
Ein Mordfall erschüttert plötzlich die Nachbarschaft und wirft Fragen nach Vertrauen und Loyalität auf, die Claudes inneren Konflikte spiegeln. Trotz Vergleichen mit Harmony Korines KIDS ist ALL OVER ME ein verborgenes Juwel des New Queer Cinema, das auch heute noch als Beispiel für radikalere Coming-of-Age-Geschichten jener Zeit gilt.