VORSPIEL
Im Haus des »reichsten Mannes von Wien« wird die Aufführung der Opera seria »Ariadne auf Naxos« vorbereitet. Man lässt ausrichten, dass danach noch ein heiteres Nachspiel mit Tänzen folgen soll, welches von Zerbinetta und ihren vier Partnern Harlekin, Brighella, Scaramuccio und Truffaldin dargeboten wird. Der Komponist der Oper fühlt sich als Künstler verhöhnt, sein Musiklehrer ermahnt ihn jedoch, die Launen seines Auftraggebers hinzunehmen, um sein Honorar nicht zu verlieren. Kurz vor Beginn der Vorstellung erscheint der Haushofmeister mit den neuesten Anweisungen seines Herrn: Die Opera seria und die Opera buffa sollen gleichzeitig gegeben werden, das ganze Stück dürfe zudem nur eine Stunde dauern, denn danach müsse pünktlich das Feuerwerk für die Gäste beginnen. Der Komponist möchte sein Werk lieber vernichtet sehen, der Musiklehrer rät zu Kürzungen, um es zu retten, der Tanzmeister appelliert an die Improvisationskunst der Komödianten. Nur widerwillig lässt sich der Komponist darauf ein. Die fas
Kaum eine Oper erzählt mehr über Fragen des (sich) Treubleibens in Kunst und Liebe als »Ariadne auf Naxos«: Sollte man an Liebgewonnenem bedingungslos festhalten, oder aber offen bleiben, um sich Neuem zuzuwenden?
Die Oper eines jungen Komponisten steht kurz vor der Erstaufführung, als er von einigen kurzfristigen Änderungswünschen seines Auftraggebers, eines reichen Kunstbanausen, erfährt. Seine heroische Oper rund um die aus Liebeskummer selbstmordgefährdete Ariadne und das Stück einer Komödiantentruppe sollen gleichzeitig aufgeführt werden. Die auf Wunsch des Auftraggebers (und gegen den Willen des Komponisten) in die Ariadne-Oper eingefügten Auftritte der leichtlebigen Zerbinetta und ihrer Verehrer führt zu einer »Gegenüberstellung der Frau, die nur einmal liebt, und der, die viele Male sich gibt«, so Richard Strauss’ kongenialer Librettist Hugo von Hofmannsthal. So werden hier in den typisierten Opernfiguren auf teils humorvoll-augenzwinkernde, teils auch ernste Weise zwei Liebes- und Lebensmodelle miteinander konfrontiert. Zugleich aber stellt das Werk auch eine künstlerische Reflektion der Frage nach dem Miteinander von komödiantischen und dramatischen Elementen in der Oper dar und entführt den Zuschauer mitten in das turbulente Geschehen hinter den Kulissen einer fiktiven Opern-Erstaufführung.