In the organizer's words:

Aktionstag gegen Wohnungslosigkeit
In Köln hat die Zahl der wohnungslosen Menschen innerhalb eines Jahres um 1000 von gut 6.100 auf gut 7.100 zugenommen.
Das Problem zunehmender Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit hat in Köln daher keinen Neuigkeitswert mehr, sondern beschäftigt Träger, Initiativen, Politik und Verwaltung seit Jahren.
Die meisten der über 7.100 wohnungslosen Menschen fallen im Stadtbild nicht auf, sie leben in Unterkünften, Hotels oder bei Verwandten oder Freund:innen. Betroffen sind junge Menschen, Familien mit Kindern und zunehmend auch Senior:innen. Vielen Betroffenen gelingt es irgendwie, den Alltag zu bewältigen und vor dem Umfeld zu verbergen, dass man keine eigene Wohnung und keinen Rückzugsraum mehr hat und daher nicht mehr am sozialen Leben teilnehmen kann.

Auffälliger sind die Menschen, die tatsächlich auf der Straße leben, die sich in den U-Bahnhöfen, am Bahnhof, in Passagen und Ladeneingängen ein Tages- und Nachtlager bauen und so die öffentliche Wahrnehmung von Wohnungslosigkeit und Obdachlosigkeit prägen. Gingen Stadtverwaltung und Träger in früheren Jahren noch von 200 bis 300 Menschen aus, die sich so durchbringen und organisieren, besteht inzwischen Einigkeit, dass auch die Zahl derer, die hauptsächlich auf der Straße leben, deutlich gestiegen ist.
In Köln sind viele Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe voll, die Aufnahmekapazitäten von Notschlaf-, Kontakt- und Beratungsstellen sind erreicht, weil es keinen Abfluss mehr auf den Wohnungsmarkt gibt.

Bedingt durch die Pandemie hat sich die Situation von wohnungslosen und obdachlosen Menschen noch einmal verschlechtert. Mit dem Krieg in der Ukraine kam es zu einer weiteren Konkurrenz um den ohnehin knappen Wohnraum als selbst Airbnb-Wohnungen für die Unterbringung Geflüchteter angeboten wurden und aktuell sorgen steigende Energiepreise und Lebenshaltungskosten für eine weitere Gefährdung derer, die gerade so ihre Miete und ihren Lebensunterhalt bestreiten können.
Zwischenzeitlich hat die Stadtverwaltung auf die sich zunehmend verschärfende Situation reagiert und einen Prozess in Gang gesetzt, mit dem das bestehende Hilfesystem überprüft und weiterentwickelt werden soll. Dazu wurden nicht nur Expert:innen aus anderen Städten und Ländern angehört, sondern auch Betroffene und Initiativen, um ihre Perspektiven und Anforderungen in die Weiterentwicklung des Systems einbringen zu können.

Die Träger der Wohnungslosenhilfe werden zum Aktionstag gegen Wohnungslosigkeit am 14.09.2022, in der Zeit von 13.00 bis 17.00 Uhr in der gesamten Stadt mit Aktionen präsent sein, um nicht nur über die Situation wohnungsloser und obdachloser Menschen zu informieren, sondern in den Austausch mit interessierten und engagierten Bürger:innen zu kommen.
Neben den zentralen Veranstaltungen auf dem Rudolfplatz und an der Kalker Post mit Ausstellungen, Theater und Musik, öffnen Kontakt- und Beratungsstellen ihre Türen für Interessierte und ihren Blick hinter die Kulissen. „Bunte Sofas“ auf zentralen Plätzen im links- und rechtsrheinischen Köln laden ein zum Gespräch und die Entwicklung von Ideen für eine Stadt mit weniger Wohnungslosigkeit.

Das vorläufige Programm sieht folgende Punkte vor:
13 bis 17 Uhr Rudolfplatz
- 14 Uhr Rede Dr. Rau, Beigeordneter Dezernat V - Soziales, Gesundheit und Wohnen
- Aufführung von Drugland Theater
- Musik vom „Mann mit der Quetsch“
- Ausstellung zum Thema „Wohnungslos mit Kind“ der AWG-Loorweg der Diakonie Michaelshoven e.V.
- Kunstausstellung durch das Projekt „In Zukunft kreativ“ des Internationalen Bundes (IB)
- Infostände:
o Streetwork Beratungsbus der Stadt Köln
o Beratungsbus B.O.J.E. in Kooperation von AUF ACHSE / KJSH e.V. und des Gesundheitsamtes der Stadt Köln
o Bus des Mobilen Medizinischen Dienstes des Gesundheitsamtes der Stadt Köln
- Ggf. Streetfood
13 bis 17 Uhr Kalk Post
- Streetworkbus mit Fotoausstellung der Diakonie Michaelshoven e.V.
- Lastenfahrrad der OASE – Benedikt Labre e.V.
- Stadtteilführung durch Kalk
- buntes Sofa
Offene Türen der Obdach- und Wohnungslosenhilfe:
- Café Auszeit – Kontakt- und Beratungsstelle für Frauen, SkF e.V. Köln, Mauritiussteinweg 77-79, Köln-Innenstadt.
- Elisabeth Fry Haus der Diakonie Michaelshoven e.V. mit Ausstellung zum Thema „Wohnungslose Frauen“ in Kooperation mit dem Projekt „In Zukunft kreativ“ (IB)
- Notschlafstelle, Komödienstraße 4, SKM Köln
- Kontakt- und Beratungsstelle für Wohnungslose am HbF SKM Köln
Bunte Sofas im Kölner Stadtgebiet:
- Rudolfplatz
- Wienerplatz
- Kalk Post
- Deutzer Freiheit
- Breslauer Platz
- Barbarossaplatz
- Chlodwigplatz
- Ebertplatz
- Friesenplatz
- Ebertplatz

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