Narzissmus ist zurzeit allgegenwärtig – als Modewort, moralischer Vorwurf, Gesellschaftsdiagnose oder klinischer Befund. Doch was verbirgt sich hinter dem Begriff?
Der Philosoph Thomas Arnold und der Psychiater Thomas Fuchsentwerfen in Das unersättliche Selbst eine tiefenscharfe Sicht auf das Phänomen: Das narzisstische Selbstverhältnis erweist sich als Ausdruck einer existenziellen Leere – eines Mangels an Selbstwert, der durch äußere Bestätigung, Attraktivität oder Macht niemals dauerhaft gestillt werden kann. Gleichzeitig ist Narzissmus ein Spiegel der spätmodernen Seele: Warum macht Bestätigung, die von außen kommt, niemals satt? Was haben Social Media, Verschwörungstheorien und extreme Politik mit Narzissmus zu tun? Und: Gibt es auch gesunden Narzissmus? Was können wir lernen, wenn wir uns den Spiegel vorhalten? Mod.: Gert Scobel