Was leisten die Geisteswissenschaften – und was haben sie versäumt? Wohl kaum einer kann diese Frage so pointiert beantworten wie Hans Ulrich „Sepp“ Gumbrecht, einer der produktivsten Geisteswissenschaftler der Gegenwart. In seinen Erinnerungen Sepp. Mein Leben auf Halbdistanz blickt der Literaturwissenschaftler und hellwache Beobachter der Gegenwart, der seit Jahrzehnten in Stanford lehrt, auf über ein halbes Jahrhundert internationale Lebens- und Denkgeschichte zurück: vom zerbombten Würzburg über das Lycée Henri IV bis ins Silicon Valley, von Michel Foucault bis zu drei Sätzen mit Neymar. Dieses reiche Intellektuellenleben ist zugleich eine Geschichte der Geisteswissenschaften selbst – ihrer Möglichkeiten, ihrem Platz in Schule und Universität und ihrer Bedeutung für die Zukunft. Was können sie der Welt noch sagen? Brauchen wir sie dringender denn je? Mod.: Cai Werntgen