Rausgegangen: Was war das krasseste Konzert, auf dem du bisher als Besucher warst?
Fritz Kalkbrenner: Das müsste das Roots Konzert 2003 gewesen sein, in der Olympiahalle. Da gehen im Schnitt so 3.000 Leute hin, aber dann ist es auch wirklich dicht. Ich stand in der fünften Reihe und es herrschte Sauerstoffmangel, wodurch ich zwischendrin sogar k.o. gegangen bin. Weil es dort aber so voll bepackt war, bin ich gar nicht erst zusammengesackt, sondern wurde von den Menschen um mich herum einfach aufrecht gehalten.
Rausgegangen: Gibt es außerhalb der Musik eine Kunstform die dich besonders interessiert?
Fritz Kalkbrenner: Ich bin ein großer Freund des französischen Impressionisums. Mein Großvater und mein Onkel sind beide Maler, von denen hab ich natürlich viel mitgegeben bekommen. Im bunten Strauß der großen Malereistile geht der Impressionismus auf jeden Fall vorne voran!
Rausgegangen: Inwiefern bist du im Prozess deiner Musikvideos involviert und wo würdest du gerne mal eins drehen?
Fritz Kalkbrenner: Ich bekomme immer die unterschiedlichsten Ideen gepitched und von den meist fünft Möglichkeiten, muss ich mir dann eine aussuchen. Das ist die größte Entscheidung, die ich dabei als Kunde zu treffen habe. Man muss ja auch ehrlich sein, Musikvideos haben im Hinsicht auf ihre Wichtigkeit auch schon bessere Tage gesehen. Um die Jahrtausendwende haben die Majors da mal richtig viel Geld auf den Kopf gedrückt, das ist heute schwierig. Aber klar, wenn man diese Zeit jetzt nochmal hätte und es hieße: Lass uns mal mit 20 Leuten nach Kuba fliegen! Das fände ich schon lustig.
Rausgegangen: Gibt es denn etwas, das sich dein Bruder Paul bei dir abschauen könnte?
Fritz Kalkbrenner: Also, ans Telefon gehen! Das könnte er mal machen, da bin ich wesentlich besser drin. Das ist echt nicht seine Erfindung. Auch auf WhatsApp muss man ihm schon energisch hinterherrennen weil er ganz gerne mal vergisst zu antworten. Er sagt dann immer “Aber ich hab dran gedacht!”. Ist ja auch alles gar nicht schlimm, aber es gibt einfach Menschen, für die das nichts ist.
Rausgegangen: Was ist für dich denn die beste und die schlechteste Eigenschaft an Berlin?
Fritz Kalkbrenner: Na ja, also wenn man hier geboren ist, kennt man natürlich jeden Stein, den man umdreht. Die behördliche Infrastruktur ist unter aller Sau. Auf einen Reisepass acht Woche zu warten, ist echt sportlich. Da kann sicherlich viel nachgeholt werden. Das ist bestimmt einfach nur noch Absicht.
Aber Berlin ist einfach meine Heimat, das Beste lässt sich schwer an Dingen fest machen. Im Endeffekt sind es meistens ja dann doch auch einfach die Menschen. Uns wird ja eine sehr derbe Umgangsart nachgesagt und das stimmt auch, aber ich selbst komme damit sehr gut zurecht!
Das Interview wurde von unserer lieben Calla geführt!
© Foto: Ben Wolf