In the organizer's words:
In den Open Ateliers geben die Atelier-Autor*innen der Spielzeit 2025/26 schlaglichtartige Einblicke in aktuelle und ältere Arbeiten. Unterstützt vom Ensemble des Deutschen Theaters und gemeinsam mit Gäst*innen wird das Halbgare, Unvollständige und noch nicht zu Ende Gedachte zelebriert, schon lange gekillte Darlings dürfen ein letztes Mal aufleben. Mit ihrer Open Atelier-Serie Karaoke Manifesto beschäftigen sich Gesa Geue, Simone Saftig und Marcus Peter Tesch mit einem Ort, an dem das Scheitern ebenso gefeiert wird wie der Erfolg: Die Karaokebar. In den 1970ern entwickelte der Japaner Daisuke Inoue die erste Karaokemaschine der Welt. Karaoke, was übersetzt „leeres Orchester” bedeutet, sollte sich als millionenschwere Idee für die Unterhaltungsbranche herausstellen. Inoue verdiente an seiner Erfindung hingegen kaum Geld. Auch in den Stücken von Gesa Geue, Simone Saftig und Marcus Peter Tesch stellt das Scheitern als Prinzip, Motiv und Motor ein grundlegendes Moment dar. Ihre Protagonist*innen scheitern an gesellschaftlichen Strukturen und eigenen Erwartungen, an der Sprache und am Sprechakt selbst. In einer Lecture Performance voller Ohrwürmer, schräger Schmonzetten und Discohits entsteht eine gemeinsame Poetik des individuellen Scheiterns an und mit einer Neuen Dramatik, eine textgetreue Anleitung fürs gemeinsame Scheitern – zum Mitsingen auf, neben und vor der Bühne. Schon die letzte Ausgabe von Karaoke Manifesto hat gezeigt, welches Karaokepotenzial in Neuer Dramatik steckt. Die Autor*innen setzten mit ihrer Performance von „Eternal Flame“ neue Standards des Scheiterns und ihre Theatertexte wurden kurzerhand selbst zu Karaokelyrics. Beim Publikum liefen die Mikros heißer als Britney und Madonna bei den MTV Music Awards. Und weil noch genug Dramatik übrig ist und viele weitere Banger auf ihre Performance warten, geht es bei den ATT in eine neue Runde: Karaoke Manifesto – ATT Edition macht da weiter, wo’s am schönsten war – dieses Mal mit Festivalvibes, noch mehr Hits und Open End.