In O MELISSOKOMOS zeichnet Theo Angelopoulos das Portrait eines Mannes, der dem Leben entfremdet ist. Spyros, Lehrer und Imker, hat seine Frau verlassen, seine Tochter sieht er bei ihrer Hochzeit mit gemischten Gefühlen. Er beschließt, eine letzte Reise durch Griechenland zu unternehmen – mit Bienenkörben im Lkw, alte Freunde und Orte seiner Vergangenheit aufzusuchen, unterwegs mit einer jungen Anhalterin. Ihre Begegnungen sind flüchtig, oft still: Hier öffnet sich ein Zwiespalt zwischen Erinnerung und Verlassenheit, Hoffnung und resignierter Rückkehr.
Der filmhistorische Wert dieses Werks liegt in seiner meisterhaften Inszenierung innerer Zustände: Angelopoulos nutzt lange Einstellungen, ausdrucksstarke Landschaften und eine Bildsprache, die das Alter, die verlorenen Ideale und die Entwurzelung eines Menschen spürbar macht. Die Kamera von Giorgos Arvanitis erzeugt visuelle Kompositionen, die Erinnerung und Gegenwart ineinander fließen lassen. Die Musik von Eleni Karaindrou verstärkt die melancholische Stimmung ohne überwältigend zu sein. Marcello Mastroianni verkörpert Spyros mit einer zurückgenommenen Intensität, die Puls und Klang des Films maßgeblich prägt.
O MELISSOKOMOS markiert einen Wandel im Werk Angelopoulos’: weg von epischen Geschichtserzählungen hin zu persönlicher Reflexion, zu einem „Road-Movie“, das mehr Fragen als Antwort bietet. Ein Film über Stille, Verlust und die Suche nach dem, was bleibt.
Der Film wird am 25.2. um 20 Uhr (ohne Einführung) ein weiteres Mal gezeigt.
Einführung am 24.2.: Joachim Manzin
(Filmforum – Freundeskreis des Filmmuseums)
Price information:
Eintrittspreise 7 Euro · ermäßigt 5 Euro · mit Black-Box-Pass 4 Euro · Kartenreservierung Tel 0211 - 8992232
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