In the organizer's words:
Das Stück Orlando erzählt die außergewöhnliche Geschichte eines jungen, attraktiven Adeligen, der fast 400 Jahre lebt und dabei nicht nur seine Identität, sondern auch seine Geschlechterrolle hinterfragt. Nach einer schmerzlichen Liebesgeschichte am Elisabethanischen Hof tritt Orlando eine diplomatische Reise nach Konstantinopel an, wo ein politischer Umbruch sein Leben grundlegend verändert – er erwacht als Frau.
Virginia Woolfs Erzählung ist dabei weit mehr als eine Biografie; sie ist eine spielerische Auseinandersetzung mit dem Wandel der Zeit, mit Geschlechterbildern und der Vielfalt möglicher Selbstbilder. Die Regie von Therese Willstedt bringt diesen lebendigen Monolog auf die Bühne als ein fantasievolles Spiel voller Witz und Ironie, das Grenzen sprengt und zu freier Selbstentfaltung und schwimmenden Identitäten einlädt.
In der Inszenierung verschmelzen Textfassung von Tom Silkeberg, Bühnen- und Lichtgestaltung von Mårten K. Axelsson sowie die Kostüme von Maja Mirkovic zu einem vielfältigen Gesamterlebnis, begleitet von der Musik Emil Assing Høyers. Eine eindrucksvolle Besetzung mit Elisabeth Augustin, Stefanie Dvorak, Markus Meyer, Seán McDonagh, Martin Schwab, Nina Siewert und Itay Tiran bringt Woolfs Vision in Szene. "Ich bin ein Mann, ich bin eine Frau." – ein Spiel mit Identitäten, das zum Nachdenken anregt.