„Wir lebten glücklich während des Krieges", schreibt der in den USA lebende Ukrainer Ilya Kaminsky in seiner weltweit gefeierten Parabel Republik der Taubheit. Als ein tauber Junge, der einem Puppenspiel zusieht, von Soldaten erschossen wird, leisten die Bewohner der okkupierten Stadt Vasenka Widerstand: Sie stellen sich taub und koordinieren ihren Protest in der Gebärdensprache. Unter den Oppositionellen sind auch Alfonso und Sonya, die ein Kind erwarten. Vasenka ist ein Kriegsschauplatz, aber auch ein Ort, an dem geliebt wird, wo Menschen einander Zeichen der Solidarität geben. Kaminskys Buch konfrontiert uns mit Kriegsbildern von unheimlicher Kraft: Es ist zugleich Liebesgeschichte, eine Elegie und ein dringendes Plädoyer gegen das Schweigen. Aus dem bildmächtigen Text lesen an diesem Abend Ensemblemitglieder der Münchner Kammerspiele.
Der in Odessa geborene Ilya Kaminsky lebt heute in den USA und spricht im Anschluss mit der Autorin Deborah Benjamin Kaufmann über sein Schreiben.
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10 €