In the organizer's words:
von und mit Lydia Haider und Sophia Süßmilch
Berlin – Siehe dies Volk, es wird zum Toten Salon, jeden letzten Freitag im Monat, hinstreben, in neuer Verpflichtung, in echter Erlösung, dem Erlass nach. Viele Jahre wird es so sein.
„also mach auf deine Ohren du Ungläubiger, du starrköpfiger Bösewicht, ich weiß wohl, dass du diese Scharlatane auserkoren hast dich zu leiten, dir und deines gleichen und deiner ganzen verbrunzten Familie, die dich erziehen hätte sollen, zur Schande und zum Verruf“
DER 6. TOTE SALON IST JENER IM NAMEN DER VÖLLEREI.
alles gleiche Geistesleichen, für die selbst die Luft zum Atmen zu schade ist, einzementiert sind sie, in ihrem eigenen Denken einzementiert und wie mit PU-Schaum noch drübergefahren unveränderbar hineinfixiert in sich selbst, da bewegt sich keinen Millimeter mehr etwas, starrst, so festgeschweißt in sich selbst wie die Wurst ins Plastik reingewurstet, in sich hinein, wie die Bladen, wie all diese über alle Normen hinausgeschossenen Übergewichtigen, wie hier auf dieser Zehrungsfresserei ja sicher auch mehr als die Hälfte wampert ist, überbordend schmalztriefend, ganze Knacker rennen da herum, in ihrer Ganzheit aus Fett bestehende Würste, hineingedrückt, gestopft in ihre eigene Haut wie in eine Stopfwurst dass dir alles vergeht bei deren Anblick und du überhaupt nie wieder in deinem Leben etwas fressen möchtest, gleich hoch wie breit, herumrollbar von einem zum nächsten Tisch
Gäste: Drangsal, Moritz Frei, Jan Hutter, Voodoo Jürgens, Jasper Nicolaisen, Julia Nitschke, Marcel Walldorf
Künstlerische Manifestation: Apollonia T. Bitzan
Special Boy: Paul Gehri
Produktionsassistenz: Alexandra Skroboz
Lydia Haider, *1985, Schriftstellerin. Chefpredigerin der Musikkapelle gebenedeit. Lebt in Wien und Berlin. Zuletzt: Wort des lebendigen Rottens. Gesänge zum Austreiben. Köln: parasitenpresse 2020.
Sophia Süßmilch wurde als deutsche Staatsbürgerin im letzten Jahrtausend geboren und stirbt in diesem. Sie studierte Bildhauerei in München und Malerei in Wien. Süßmilch arbeitet multimedial; sie malt Ölbilder zur Beruhigung und ist gern nackig in ihren Foto- und Videoarbeiten. Ihre Arbeiten pendeln zwischen ironischer Distanz und aggressiver Nähe, was ihrer Persönlichkeit entspricht. Süßmilch ist Trägerin des bayerischen Kunstförderpreises 2018 und des Münchener Kunstförderpreises 2020. Süßmilch lebt in Berlin, München und Wien. Sie hasst diese Städte.