Talkshows, Bundestagsdebatten oder Social Media – überall wird über „Opfer“ gesprochen. Doch wer ist damit eigentlich gemeint, und warum ist der Begriff so umkämpft? Alice Hasters beschreibt in Anti Opfer. Warum wir Verletzlichkeit verachten einen kulturellen Wandel, in dem Sensibilität abgewertet und Härte zur Tugend erklärt wird. Sie zeigt, wie diese Entwicklung mit autoritären Tendenzen zusammenhängt – und wie der Begriff „Opfer“ selbst politisch instrumentalisiert wird. Im Gespräch trifft sie auf die Philosophin Maria-Sibylla Lotter, die in Opfer. Über Verwundbarkeit als Selbstbild eine andere Perspektive einnimmt: In einer Kultur, die Verwundbarkeit anerkennt, wächst die Gefahr, sich in der Opferrolle einzurichten und Handlungsfähigkeit zu verlieren. Wann wird der Verweis auf Verletzlichkeit zur notwendigen Kritik – und wann zur problematischen Selbstbeschreibung? Mod.: Simone Miller
Mit Dolmetschung in Deutsche Gebärdensprache