Tubi Malcharzik + Team: Performance „Paskudnik“
In the organizer's words:
Die Performance „Paskudnik“ entführt in einen queeren, postmigrantischen Erinnerungsraum, der die deutsch-polnische Familiengeschichte von Tubi Malcharzik auf ungewöhnliche Weise erforscht. Im Zentrum steht die gleichnamige Drag-Persona, deren Name aus der Erinnerung des Großvaters stammt und schwer zu fassen ist – irgendwo zwischen liebevollem Ruf, fremd wirkendem Begriff und ambivalenten Bildern wie Esstisch, Fußballspiel oder Ekel.
Die Inszenierung verbindet immersive Klangwelten, erzählerische Texturen und lebendige Imaginationen. Publikum erlebt sowohl die intime Atmosphäre einer oberschlesischen Familienfeier am Esstisch als auch die digitale Oberfläche einer Dating-App, bis beide Schauplätze in einem Song miteinander verschmelzen. Anhand eines roten Samtkleids, Erzählungen zu Gesichtszügen sowie Liedern von t.A.T.u. und Peter Alexander öffnet die Performance Räume für Fragen zu Geschlechterbildern, Sexualität, Queerness und den verflochtenen Erinnerungsprozessen zwischen Polen und Deutschland.
Über hundert Jahre nach der Volksabstimmung in Oberschlesien und Jahrzehnte nach der Ankunft der Familie im Grenzdurchgangslager Friedland greift Tubi Malcharzik gemeinsam mit einem interdisziplinären Team Themen deutscher und polnischer Migrationsgeschichte auf. Das Projekt entstand unter der dramaturgischen Leitung von Isabelle Edi, mit künstlerischer Mitarbeit und Produktionsleitung von Marten Flegel alias Marty Damour. Musik und Sound steuern Luyu Zou und (mohammad) adika rahman bei, die Kostüme entwirft Anna Schall. Zudem unterstützen Julia Kostka und Natalie Pielok mit künstlerischer Mitarbeit und Übertiteln, während Josephine Mielke die Lichtgestaltung übernimmt. Die Übersetzungen ins Polnische und Englische stammen von Agnieszka Kozłowska und Desz Debreceni. Szenisches Bühnendesign entwickelt Amelie Sabbagh, begleitet von der Beratung durch Marie-Christin Rissinger. Dank gebührt einigen besonderen Personen aus der polnisch-deutschen Community.
Die Aufführung bietet verschiedene Kartenoptionen von 5,00 bis 25,00 Euro, um einer breiten Zuschauerschaft den Zugang zu ermöglichen.
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