PHOTO: © Kirsten Bucher
Jan Wilm - »Sachertorte und andere Fiktionen«. Buchpremiere
Noch niemand hat sich das Event gemerkt.
In the organizer's words:
»Die Geschichte, sie muss ohne ihn enden, jetzt, wo die Geschichte geschrieben wurde.«
Wussten Sie, dass die Technik des Overdub bereits im 19. Jahrhundert vom deutsch-tschechischen Pianisten Jan Jindřich Kašpar Dienstbier erfunden wurde, nachdem dieser seine linke Hand verloren hatte? Oder dass der Grund, weshalb bei so vielen antiken Statuen des römischen Kaisers Marc Aurel die Nase fehlt, ein ganz einfacher ist, nämlich dass er selbst keine besaß? Falls Sie das nicht wussten, hat das einen ganz einfachen Grund: Es handelt sich um Fiktionen.
In seinem ersten Erzählband »Sachertorte und andere Fiktionen« lotet Jan Wilm aus, welche Kraft im Fiktionalen liegt. In 18 Erzählungen zeigt er auf eindrückliche Weise, dass es sich dabei nicht nur um einen Modus literarischer Produktion handelt, sondern um eine grundsätzliche Haltung zur Welt. Das wird etwa deutlich, wenn die Eltern eines getöten Kindes über ihre schriftstellerische und filmische Arbeit einen Weg finden, um gemeinsam zu trauern. Oder wenn ein japanischer Angestellter sich in Wien auf die Suche nach der echten Sachertorte begibt, nur um festzstellen, dass das, was man ihm im Hotel Sacher serviert, ganz und gar nichts mit dem zu tun hat, was er für eine Sachertorte gehalten hat. Und so muss er erkennen, dass es sich beim sogenannten Original am Ende auch um nichts anderes handelt als um eine Fiktion.
Moderation: Hans-Jürgen Balmes
Eintritt: € 6,-/9,-/12,- (pay as you wish)
Jan Wilm, geboren 1983, lebt als Schriftsteller und Übersetzer in Frankfurt am Main. Er promovierte an der Goethe-Universität Frankfurt mit einer Arbeit über die philosophischen Aspekte im Werk von J. M. Coetzee. Er übersetzte u. a. Werke von Maggie Nelson, Lydia Davis, Arundhati Roy und Joshua Cohen, wofür er zahlreiche Auszeichnungen erhielt. 2019 erschien der Roman »Winterjahrbuch«, 2022 der Essay »Ror. Wolf. Lesen.« (beide bei Schöffling) sowie 2025 der Essay »Bärtierchen« in der Reihe Naturkunden.
Hans-Jürgen Balmes, 1958 in Koblenz geboren, war Lektor und Übersetzer im Ammann Verlag, ab 1999 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 2024 schließlich Programmleiter für internationale Literatur im S. Fischer Verlag und Mitherausgeber der Neuen Rundschau.
Wussten Sie, dass die Technik des Overdub bereits im 19. Jahrhundert vom deutsch-tschechischen Pianisten Jan Jindřich Kašpar Dienstbier erfunden wurde, nachdem dieser seine linke Hand verloren hatte? Oder dass der Grund, weshalb bei so vielen antiken Statuen des römischen Kaisers Marc Aurel die Nase fehlt, ein ganz einfacher ist, nämlich dass er selbst keine besaß? Falls Sie das nicht wussten, hat das einen ganz einfachen Grund: Es handelt sich um Fiktionen.
In seinem ersten Erzählband »Sachertorte und andere Fiktionen« lotet Jan Wilm aus, welche Kraft im Fiktionalen liegt. In 18 Erzählungen zeigt er auf eindrückliche Weise, dass es sich dabei nicht nur um einen Modus literarischer Produktion handelt, sondern um eine grundsätzliche Haltung zur Welt. Das wird etwa deutlich, wenn die Eltern eines getöten Kindes über ihre schriftstellerische und filmische Arbeit einen Weg finden, um gemeinsam zu trauern. Oder wenn ein japanischer Angestellter sich in Wien auf die Suche nach der echten Sachertorte begibt, nur um festzstellen, dass das, was man ihm im Hotel Sacher serviert, ganz und gar nichts mit dem zu tun hat, was er für eine Sachertorte gehalten hat. Und so muss er erkennen, dass es sich beim sogenannten Original am Ende auch um nichts anderes handelt als um eine Fiktion.
Moderation: Hans-Jürgen Balmes
Eintritt: € 6,-/9,-/12,- (pay as you wish)
Jan Wilm, geboren 1983, lebt als Schriftsteller und Übersetzer in Frankfurt am Main. Er promovierte an der Goethe-Universität Frankfurt mit einer Arbeit über die philosophischen Aspekte im Werk von J. M. Coetzee. Er übersetzte u. a. Werke von Maggie Nelson, Lydia Davis, Arundhati Roy und Joshua Cohen, wofür er zahlreiche Auszeichnungen erhielt. 2019 erschien der Roman »Winterjahrbuch«, 2022 der Essay »Ror. Wolf. Lesen.« (beide bei Schöffling) sowie 2025 der Essay »Bärtierchen« in der Reihe Naturkunden.
Hans-Jürgen Balmes, 1958 in Koblenz geboren, war Lektor und Übersetzer im Ammann Verlag, ab 1999 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 2024 schließlich Programmleiter für internationale Literatur im S. Fischer Verlag und Mitherausgeber der Neuen Rundschau.
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