Neu in 2022: Der Kurzfilm-Montag im Filmhaus Köln
Der Kurzfilm ist ein eigenständiges und innovatives Medium, das als künstlerische Ausdrucksform und Experimentierfeld von jungen und etablierten Filmschaffenden gleichermaßen genutzt wird. Ein Kurzfilm kann sämtliche Genres, Gattungen und Filmformen bedienen – er ist vielfältig und großes Kino.
Um dem Kurzfilm eine größere öffentliche Wahrnehmung und eine regelmäßige Plattform zu verschaffen, startet am 10. Januar 2022 im wiedereröffneten Filmhaus Köln eine neue Veranstaltungsreihe als Kooperation zwischen KFFK/Kurzfilmfestival Köln, der SK Stiftung Kultur und dem Filmhaus Kino. Die Programme werden im Wechsel zwischen den drei Kooperationspartner*innen kuratiert und bieten somit eine breit gefächerte Auswahl an Themenschwerpunkten.
Porträt, Landschaft, Botanik – zeitloser Stoff für filmische Dokumente und Experimente
Die Filme des Programms am 14. März 2022:
Eine Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung „Photographische Konzepte und Kostbarkeiten – Teil 1 Porträt, Landschaft, Botanik“ (11.2.–10.7.2022) in der Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur
Das ausgewählte Kurzfilmprogramm lehnt sich an die Themenschwerpunkte der genannten Ausstellung an, teils ästhetisch, teils inhaltlich, teils frei assoziiert. Am Beginn des Abends steht ein eindrucksvolles filmisches Dokument aus den frühen 1930er-Jahren (Ella Bergmann-Michel), die folgenden Arbeiten sind jüngeren Datums aus den 2000ern. So gewährt etwa ein porträthafter Film einen Blick in die Vergangenheit (Sebastian Fritzsch), während sich ein anderer in teils streng komponierten Bildansichten mit der Lebenswelt einer deutschen Kleinstadt auseinandersetzt (Steffen Goldkamp). In zwei weiteren Filmen wird Natur als eigenständiger, geheimnisvoller Raum (Florian Fischer & Johannes Krell) oder als ein Gegenstand der Massenproduktion (Nina Poppe) betrachtet.
Folgende Filme werden gezeigt:
- Ella Bergmann-Michel: „Wahlkampf 1932 (Letzte Wahl)“, 1932/33, 35mm, s/w, stumm, 13min (unvollendet)
Die Künstlerin Ella Bergmann-Michel (1896–1971) hat zwischen 1931 und 1933 fünf dokumentarische Kurzfilme gedreht. „Wahlkampf 1932“, der letzte, ist unvollendet geblieben, da sie während der Dreharbeiten festgenommen und ein Teil des Filmmaterials zerstört wurde. Der Film führt in die Straßen von Frankfurt am Main und zeigt Ereignisse und Eindrücke des schicksalhaften Wahlkampfs 1932/33.
- Sebastian Fritzsch: Ein Sack voll Salz, 2007, Betacam SP, Farbe, Ton, 15min
Zwei Frauen blicken auf ihr Leben zurück, insbesondere auf den Moment, als sie ihren späteren Ehemännern begegnet sind. Ihre Berichte und Geschichten sind sehr persönlich, verweisen auf freudvolle wie leidvolle Ereignisse, auf Hoffnungen, aber auch Enttäuschung und Entfremdung werden zugelassen. Sie reflektieren zugleich die Lebensbedingungen und -erwartungen einer bestimmten Generation.
- Viktoria Schmid: „Katharina Viktoria“, 2011, 16mm, s/w, stumm, 1min
Der Filmloop zeigt die Ähnlichkeit der Künstlerin mit ihrer Schwester in 240 geloopten 16mm-Einzelbildporträts. Die Einzelbilder wurden nacheinander in der Kamera aufgenommen, ohne Schnitt in der Postproduktion. Durch die Trägheit des Auges werden die im schnellen Rhythmus geschnittenen Einzelbildporträts zu einem Mischporträt der beiden Gesichter.
- Steffen Goldkamp: Wallenhorst, 2014, 16mm, Farbe, Ton, 23min
Satteldachhäuser mit gepflasterten Auffahrten und akkurat geschnittenen Lebensbäumen. Freibadgejohle, Mofa-Kids, Osterfeuer. Alltagsszenen aus einer 20.000-Seelen-Gemeinde vereinen sich zu einem prototypischen Bild norddeutscher Provinz.
- Florian Fischer & Johannes Krell: Still Life, 2013, Farbe, Ton, 12min
Die Filmemacher haben sich während der Arbeit an ihrem Werk intensiv mit der Schwelle zwischen Photographie und bewegtem Bild auseinandergesetzt. Eine vertraute Umwelt bekommt befremdliche Züge und mäandert zwischen Stillstand und Bewegung, Realismus und Hypnose, Natürlichkeit und Künstlichkeit.
- Nina Poppe: Sunrise Dacapo, 2008, 16mm, Farbe, Ton, 5:20min
„Sunrise Dacapo“ zeigt in langen statischen Einstellungen, auf Kommentar oder Musik verzichtend, wie Natur vom Fließband entsteht. Der beobachtende Blick über das Heranwachsen von Geranien im Massenbetrieb und die Kohärenz von Lärm und Stille prägen die Atmosphäre des Films.
- Ken Wardrop: The Herd, 2008, Farbe, Ton, 4:28min
Ein irischer Farmer und seine Mutter sind verwundert über die Ankunft eines seltsamen Tieres in ihrer Limousin-Rinderherde.
Eine Veranstaltung der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur in Kooperation mit dem KFFK/Kurzfilmfestival Köln und dem Filmhaus Kino.
Ort: Filmhaus Köln, Maybachstraße 111, 50670 Köln, Kinokasse: 0221 – 33770515
Eintritt: 8 € – Tickets und weitere Infos unter: https://filmhaus-koeln.de und bei der SK Stiftung Kultur, Referat Medienkunst und Film
Wir freuen uns auf die vielfältigen und tollen Kurzfilmprogramme!
Die Filmreihe ist eine Initiative des KFFK/Kurzfilmfestival Köln der SK Stiftung Kultur und dem Filmhaus Kino.